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Absurde Haltung des Runden Tisch zum 1.Mai

Am 1. Mai werden in Plauen vermutlich bis zu 1.000 militante Neonazis in Plauen aufmarschieren. Plauen und das Vogtland wird dabei immer mehr zu einem beliebten Standort der neonazistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“, die diesen Aufmarsch prägt. Der „Runde Tisch“ scheint am 1. Mai dabei eine Strategie des Wegschauens zu fahren.

„Völlig absurd ist auch, dass Frau Weyer vom Runden Tisch gegenüber der Freien Presse sich vor allem erst einmal von „Linksautononmen“ distanziert“ meint Josephine Tischner, Sprecherin der linksjugend [’solid] vogtland.

„Das Problem am 1.Mai in Plauen sind Neonazis, die ihre nationalistische und antisemtische Propaganda auf die Straße tragen wollen und nicht jene, die den Protest dagegen organisieren.“ so Tischner weiter.

Wir, die linksjugend [’solid] vogtland, wollen unseren Protest gegen Nazis und für einen emanzipatorischen Antikapitalismus am 1.Mai in Plauen gemeinsam mit anderen

Antifaschist*innen zum Ausdruck bringen. Dies wollen wir unter anderem auf der „time to act“-Demonstration tun. Los geht’s 9 Uhr am Oberen Bahnhof. Wir sind solidarisch mit allen die sich mit zivilem Ungehorsam dem Naziaufmarsch entgegenstellen wollen.

 

1.Mai in Plauen – time to act

Am 1. Mai rufen wir in Plauen ebenfalls zur antifaschistischen Demonstration time to act auf. Auf die Straße – gegen Nationalismus und für einen emanzipatorischen Antikapitalismus! 9 Uhr Oberer Bahnhof, Plauen!

TIME TO ACT! – Aufruf der AGV zum 1. Mai in Plauen

Same shit like every year – der 1. Mai steht bevor und mit ihm ein neonazistischer Großaufmarsch in der Provinz. Nachdem im letzten Jahr an die 800 Nazis durch Saalfeld demonstrierten, dort nicht-rechte Menschen angriffen und offen ihre Vorstellung eines “nationalen Sozialismus” propagieren konnten, ist diesmal wieder Plauen an der Reihe. Unter dem Motto “KAPITALISMUS ZERSCHLAGEN – FÜR EINEN DEUTSCHEN SOZIALISMUS!” hat die militante rechte Kleinstpartei “der III. Weg” dort am 1.Mai 2016 eine Demonstration angemeldet. Großspurig als „Arbeiterkampfdemo“ angekündigt, wird die neonazistische Partei am 1. Mai unter dem Anschein von Systemkritik rassistische und nationalistische Inhalte auf die Straße tragen. Es ist klar, dass wir dies nicht unwidersprochen hinnehmen werden.

SUPPORT YOUR LOCAL ANTIFA!

Schon 2014 fand in Plauen der jährliche Aufmarsch des “Freien Netz Süd” statt, an dem sich etwa 600 Nazis beteiligten. Mittlerweile ist das “Freie Netz Süd” Geschichte und die Strukturen des militanten rechten Kameradschaftsnetzwerks aus Süddeutschland sind nahtlos in die völkisch-rassistische Partei “der III. Weg” aufgegangen. Der 1. Mai-Aufmarsch versucht sich noch immer in der völkisch-nationalistischen Adaption eines Unbehagens mit dem kapitalistischen Systems, indem unter dem Anschein von Kritik ein vermeintlich “raffender” Kapitalismus dem Ideal einer reinen und guten “Volksgemeinschaft” gegenübergestellt wird. Die jährlichen Aufmärsche sind stets auch als Bestandteil der Ausbreitung und Verankerung neonazistischer Strukturen vor Ort zu sehen. Plauen passt dabei gut ins Konzept: Mit Tony Gentsch und Rico Döhler sind zwei Führungskader des “III. Wegs” im Vogtland ansässig, die im Abstand von wenigen Wochen rassistische Kundgebungen und Demonstrationen anmelden. Zwar bleibt der Zuspruch für diese jeweils auf etwa 50-100 Nazis beschränkt. Doch der “III. Weg” schafft es inzwischen, ein stabiles rechtes Potential an enttäuschten ex-NPD’lern, aktionsorientiertem rechten Nachwuchs und gestandenen Kameradschaftskadern auf die Straße zu bringen. Generell verschärft sich die Situation im Vogtland: Rassistische Bürgerwehren in Klingenthal und Plauen sowie die nationalistische, antisemitische und verschwörungsaffine “Bürgerbewegung Wir sind Deutschland” finden in der Anwohnerschaft erheblichen Zuspruch und tragen damit zu einer Atmosphäre bei, in denen rassistische Angriffe auf der Tagesordung stehen. “III. Weg” und “WsD” sind dabei zwei Seiten der selben Medaille: eines gesellschaftlichen Rechtsrucks.
Dennoch besteht unser Anliegen am 1. Mai nicht nur darin, gegen Nazis und bürgerliche Rassist*Innen auf die Straße zu gehen. Vielmehr soll unsere Demonstrationen einen deutlichen linksradikalen Standpunkt einnehmen – es ist Zeit zu handeln gegen Nationalismus auf der Straße, in den Köpfen und im europäischen Grenzregime, gegen Lohnarbeit und die kapitalistischen Verhältnisse, die es nicht wert sind, sich den Rücken krumm zu machen.

Ein symbolträchtiges Datum. Doch wem gehört der 1. Mai?

Der 1. Mai als traditionell linkes Symbol der Kritik am bestehenden System ist ohne Frage in die Jahre gekommen. Zwischen sich „revolutionär“ gebenden, nostalgischen Großdemonstrationen und müden Gewerkschaftsveranstaltungen ist wenig Raum geblieben. Schon die geläufige Bezeichnung als „Tag der Arbeit“ ist so wenig emanzipatorisch wie große Teile der Politik des deutschen Gewerkschaftsspektrums: Der positive Bezug auf Lohnarbeit, die daraus folgende Verherrlichung ausbeuterischer Abhängigkeitsverhältnisse oder zumindest das Aufgeben jeglicher revolutionärer Ansprüche zugunsten der Hoffnung auf „kleine Reformen“ sind Konsens in weiten Teilen der parlamentarischen Linken und der etablierten Gewerkschaften. Kein Wunder also, wenn sich organisierte Nazis als „antikapitalistische“ Alternative in Szene setzen.
Der 1. Mai, ursprünglich ein Gedenktag an die in Folge der Haymarket-Riots ermordeten Arbeiter*Innen in Nordamerika, ist deshalb vor allem ein umkämpftes Symbol. Die völkische Ideologie des dritten Wegs, die sich den Anschein einer Kapitalismuskritik gibt, ist zutiefst regressiv. Unterdessen gibt sich der DGB nicht einmal die Mühe, einen Anschein von Kritik am kapitalistischen System zu formulieren. Es ist also notwendig, eine emanzipatorische, linke Perspektive zu formulieren – gerade am symbolträchtigen 1. Mai!
Wir haben keine Lust auf Klassennostalgie – genauso wenig wie wir bereit sind, auch nur einen Funken Hoffnung in dieses System zu setzen, das ausbeutet, abschiebt, einsperrt und die Menschen im alltäglichen Leistungsdruck zerreibt. Wir erhoffen uns nichts von denjenigen, die noch Hoffnung in das Bestehende setzen, sei es durch die Hoffnung, der Standort Deutschland möge von der Krise verschont bleiben oder durch das Erbetteln sanfter Zugeständnisse wie hier ein Euro mehr Lohn, dort eine halbe Stunde weniger Arbeit – während gleichzeitig das Streikrecht von der Großen Koalition mit Billigung des DGB erneut ausgehöhlt wird.
Die Deutungshoheit gesellschaftlicher Prozesse weder den organisierten Nazis noch den stets nach Kompromissen innerhalb des Kapitalismus suchenden etablierten Gewerkschaften zu überlassen, ist daher unser Ziel. Kapitalismuskritik ist kein Relikt von gestern, Kapitalismuskritik ist weder völkisch noch national sondern eine emanzipatorische Notwendigkeit!

“Antikapitalismus” von rechts? Der III. Weg

Der III. Weg ist aus dem „Freie Netz Süd“ entstanden. Das “Freie Netz Süd” war ein militanter rechter Kameradschafts-Dachverband aus Süddeutschland. Seit Jahren veranstalten die ehemaligen Akteur*innen des “FNS” am 1. Mai eine Großdemo – die Teilnehmer*innenzahlen waren jedoch einige Jahre lang im konstanten Sinkflug begriffen, von etwa 1.000 in Schweinfurt (2010) zu 350 in Würzburg (2013). Nach dem die Beteilung an den Demonstrationen immer weiter abzuflachen schien, änderte sich dies im Jahr 2014. An der neonazistischen Demonstration am 1.Mai 2014 in Plauen waren ca. 600 Nazis beteiligt. Im Gegensatz zum üblichen “Bratwurst essen gegen Rechts” der Vorjahre gab es jedoch auch eine linksradikale Demonstration, welche unter dem Motto “Let’s Take It Back” eigene Inhalte auf die Straße trug und etwa 500 Menschen mobilisieren konnte. Im Folgejahr in Saalfeld folgten schon bis zu 800 Nazis dem Aufruf des “III. Wegs”. Hier konnte ebenso eine gestiegene Gewaltbereitschaft festgestellt werden. In Zusammenhang mit völlig überforderten Cops führte diese Mischung zu marodierenden Nazimobs, welche ungehindert durch die Straßen Saalfelds ziehen konnten. Die Folgen waren mehrere Übergriffe auf alternative Jugendliche und Einrichtungen. Wir rechnen aufgrund der gestärkten Vernetzungsarbeit, Gründungen neuer Stützpunkte des dritten Wegs und der Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses nach rechts mit bis zu 1000 gewaltbereiten Nazis, die am 1. Mai in Plauen vertreten sein werden.

Weltoffen, bunt, nichtssagend

Natürlich ist es inzwischen auch in Sachsens kleinen Städten Standard, dass lokale Antifagruppen und bürgerliche Bündnisse gegen rechte Demonstrationen mobil machen um diese, trotz der Gefahr immenser Repressionen, zu verhindern. Obwohl diese Bemühungen, selbst im besten Fall, also der Unterbindung der Nazidemo, nichts – oder nur sehr wenig – an den bestehenden Verhältnissen ändern, stellen sie zumeist die einzigen kämpferischen und emanzipatorischen Aktionen dar. Viel zu oft erschöpft sich der Inhalt derartiger Aktionen jedoch in einer bloßen reflexartigen Abwehr der Realität „Nazis“. Und nachdem der Aufmarsch vorbei ist, klopft sich alles auf die Schulter: Die guten Demokrat*innen haben „Gesicht gezeigt“, eine „weltoffene Demokratie“ verteidigt.
Wir haben beschlossen, uns am 1. Mai bewusst nicht hinter all jene zu stellen, die ihre Illusion eines friedlichen Deutschlands und einer vermeintlich „sozialen“ Marktwirtschaft aufrecht erhalten und das Bestehende verteidigen wollen.
Wir haben uns die Frage gestellt, worin der Sinn besteht, einer Gesellschaft, die sich auf rassistische, nationalistische und ausgrenzende Logiken beruft, für einen Tag einen bunten Anstrich zu verpassen um sie gegen – na sowas – Rassist*innen und Nationalist*innen, die sich als Vollstrecker eines dubiosen Volkswillens wähnen, zu verteidigen.
Wir haben beschlossen, dass es da nichts gibt, was sich zu verteidigen lohnt.

Wir haben beschlossen, diesen Standard zu brechen.

Während der “III. Weg” nach mehr Arbeit für „Deutsche“ schreit, wähnt sich der bürgerlich-demokratische DGB auf der „guten Seite“. Doch die vermeintlichen Gegenentwürfe der Gewerkschaftler*innen bestehen ebenfalls nur in der Verteidigung des Bestehenden – und damit in der Konsolidierung jener gesellschaftlichen Verhältnisse, die Ausgrenzung und Ungleichheit erst hervorbringen.
Der “III. Weg” fordert einen autoritären Staat, der seine Arbeiter*innen über die Zugehörigkeit zu einer sogenannten „Volksgemeinschaft“ auswählt und verkauft dies als vermeintliche Alternative: Einen „guten“, weil „deutschen“ Kapitalismus im Gegensatz zum „bösen“ internationalen Entwurf des gleichen Wirtschaftssystems. Der DGB wünscht sich kleine Verbesserungen im bereits bestehenden System – und legitimiert damit erst recht den Status Quo. In Zeiten der permanenten Krise bedient sich das System immer stärkeren nationalistischen und rassistischen Logiken zur vermeintlichen „Krisenbewältigung“. Auf welche Seite sollte mensch sich also stellen, wenn beide offenbar nur unterschiedliche Seiten der selben Medaille abbilden? Auch der „staatstreue“ scheinbare Antifaschismus des DGB ist für uns keine Option. Eine Kritik der Verhältnisse liefert er nicht. Im Gegenteil: Dafür ist er kontraproduktiv. Im Grunde wird dieser Aspekt von Antifaschismus zur Farce, wenn er die bestehende politische und wirtschaftliche Ordnung verteidigen will anstatt Alternativen zu formulieren. Oder, um es deutlich zu formulieren: Liebe etablierte Gewerkschaften. Wir kaufen euch eure Kapitalismuskritik schon lange nicht mehr ab. Wenn der Standort Deutschland bedroht scheint, wird ganz schnell die Volksgemeinschaft beschworen, werden Ressentiments bemüht anstatt Alternativen zu formulieren. Alternativen ins Auge zu fassen würde heißen: Ein radikaler Bruch mit der derzeitigen Krisenpolitik, mit einer von Grund auf ungerechten Wirtschafts-, Eigentums- und Gesellschaftsordnung. Für uns stellt sich die Frage: Wie soll die offensichtliche Ungerechtigkeit bekämpft werden, ohne eine fundamentale Kritik der Verhältnisse?

Das Ziel bleibt eine befreite Gesellschaft.

Wir fühlen uns nicht dazu berufen die „bunten“ Parlamente vor den Nazis zu schützen. Wir sind gegen diese Verhältnisse, die im Wesentlichen im Verwerten und Verwalten des gesamten Planeten bestehen. Deshalb gehen wir am ersten Mai auf die Straße, um die Verhältnisse anzugreifen, um gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu kämpfen, statt uns „nur“ mit der Realität „Nazis“ auseinanderzusetzen. Was nicht heißt, dass wir nicht bereit sind nonverbale Signale in diese Richtung zu senden – auch an diesem Tag.
Der erste Mai ist sozialer Kampf und wir finden es ist Zeit, hier eine deutliche Position einzunehmen. Es gilt die soziale Frage aufzuwerfen statt sie tot zu quatschen, zu relativieren oder gar, durch eine erfundene Volksgemeinschaft, wegzuleugnen. Wir wollen, statt ständig nach mehr Arbeit (für „Deutsche“) zu plärren, eine Gesellschaft, in der den Bedürfnissen der Menschen entsprechend gewirtschaftet und notwendige Arbeit gerecht verteilt wird. Wir wollen uns weder kaputt rackern, noch an Langeweile und Isolation zu Grunde gehen. Wir wollen die Gesellschaft in der jede/r, wie sie/er kann, für das Wohlergehen aller sorgt, wo Wertigkeit von Individuen nicht an (bezahlte) Leistung gekoppelt ist, wo jede_r zählt und die Unterschiede keine Grenzen sind. Wir fordern keine kleinen Zugeständnisse wie vielleicht 8,50 € Mindestlohn. Wir wollen die ganze Bäckerei, die uns zusteht.
Das alles wird ganz sicher nicht durch eine Demo, weder diese noch irgendeine andere – selbst wenn sie sich als „revolutionär“ bezeichnen sollte – erreicht werden. Aber sie kann unseren Standpunkt, unsere Kritik klar machen, auf die Straße, in die Öffentlichkeit tragen und damit ein Teil des täglichen Kampfes für Gerechtigkeit und ein besseres Leben sein. Wir stehen mit dieser Kritik, gerade in der Provinz, relativ isoliert – eben deshalb halten wir es für unumgänglich in die Wahrnehmung der sogenannten Öffentlichkeit zu gelangen, unsere klare Haltung und Inkompatibilität mit diesem System genauso zum Ausdruck zu bringen, wie unsere Offenheit und unseren Respekt Menschen gegenüber. Wir wollen keine Bildungsveranstaltung, in der wir der Öffentlichkeit endlich DIE Wahrheit erklären, wer gut und böse ist und wen sie wählen sollen – dafür gibt es die Nazis, die Parteien und die Verschwörungstheoretiker*innen. Wir wollen Widerstand demonstrieren gegen ein von Grund auf ungerechtes System und zeigen, dass wir keinen Frieden geben werden, der mit Ausbeutung und Unterdrückung bezahlt ist. Organisieren wir gemeinsam den Widerstand, zeigen wir, an diesem ersten Mai in Plauen, dass Widerstand gegen diese Verhältnisse, jenseits von Rassismus, Nationalismus und lahmarschiger Klassennostalgie stattfinden kann!

Antifaschistische Demo: 1. Mai 2016 – 9 Uhr – Plauen Oberer Bahnhof

Feministische Aktionswoche Plauen

Gemeinsam mit den Jusos Vogtland und den Antifaschistischen Gruppen des Vogtlands haben wir in diesem Jahr eine feministische Aktionswoche auf die Beine gestellt, die vom 7. – 12. März in Plauen stattfinden wird.

Alle Infos dazu findet ihr auf www.femakpl.blogsport.eu !freepussyriot-940x607

Das ist unser Aufruf:

Warum wir (nicht nur) am Frauentag kämpfen

Der 8.März ist im gesellschaftlichen Mainstream nur ein weiterer Valentinstag, an dem man Frauen* Blumen schenkt. Blumen, als das wohl billigste Symbol für Wertschätzung überhaupt. Ein inhaltsleeres Ritual an dem sich sogar die Gewerkschaften beteiligen. Wahrscheinlich um diese zu beschwichtigen, zu behaupten der Kampf wäre ausgekämpft, die Gleichberechtigung erreicht.

Wir sagen: einen Scheiß! Wir brauchen keine Blumen – für uns ist der „Internationale Frauentag“ ein Frauen*Kampftag, wir kennen seine Geschichte und wir sehen eine Gegenwart in der noch vieles zu erkämpfen ist, es vieles zu bekämpfen gilt.

Wir halten den Feminismus für unabdingbar und wissen um die Notwendigkeit seiner Verquickung mit anderen Kämpfen gegen herrschende Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse.

Im Kapitalismus werden Frauen* in mehrfacher Hinsicht ausgebeutet und unterdrückt.

Die schlecht oder gar nicht bezahlte Erziehungs- und Pflegearbeit zu Hause und in der Gesellschaft wird hauptsächlich von Frauen* geleistet. Sie verdienen immer noch, bei gleicher Leistung weniger und arbeiten zusätzlich mehrheitlich in schlechter bezahlten Berufen. 70% der Arbeit im Niedriglohnsektor wird von Frauen* geleistet. Die Situation von Frauen* mit Migrationshintergrund ist durchschnittlich noch prekärer.

Stereotype und Vorurteile bestimmen immer noch Erziehung und Bildung. Sexistische Werbung und gender typisierte Produkte konstruieren und manifestieren beschissen Körpernormen und Rollenklischees. Immer noch werden, wieder besseres Wissens, sozial konstituierte Unterschiede biologisch begründet.

Menschen, die sich außerhalb, zwischen oder nicht in der ihnen zugewiesenen Kategorie (Mann oder Frau) verorten werden diskriminiert, angefeindet und sind überdurchschnittlich oft Opfer von (sexualisierter) Gewalt, Trans*Frauen sind nach Sexarbeiter_Innen die am häufigsten betroffene Gruppe.

Immer wieder wird Frauen* ihr Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper abgesprochen – sexualisierte Gewalt, Übergriffe und Vergewaltigungen sind trauriger Alltag und selbst Abtreibungen sind nach wie vor nur, geknüpft an Zwangsberatungen, straffrei gestellt.

Als wäre das alles nicht schon beschissen genug versuchen AfD und Konsorten gerade ein antifeministisches, konservatives Rollback zu inszenieren – erkämpfte Rechte und emanzipatorische Fortschritte in Frage zu stellen.

Die Internationale Situation ist im allgemeinen noch beschissener. Es besteht also Handlungsbedarf.

Deshalb finden am und um den 8. März in vielen Städten Frauen*kampftag Demos statt u.a am 12. März eine in Leipzig deren Inhalten wir natürlich unterstützen. Trotzdem hielten wir es für sinnvoll uns nicht einfach ins gemachte Nest zu setzen, will heißen einfach nach L.E. zu mobilisieren, sondern feministische Inhalte in der Provinz hörbar zu machen und haben deshalb eine kleine aber feine Aktionswoche auf die Beine gestellt:

  • Montag, 7. März – Vortrag und Diskussion zur Frauenbewegung in Rojava, ab 18 Uhr – Siegener Str. 26
  • Mittwoch, 9. März – Vokü und Diskussion über eine feministische Antwort auf die Vorfälle in Köln, ab 18 Uhr – Siegener Str. 26
  • Samstag, 12. März – Workshop zu Lookism und Fatshaming, Vokü und anschließende Party – Galerie Forum K

Zu der Demo nach Leipzig  mobilisieren wir trotzdem und haben unsere Veranstaltungen so gelegt, dass man auch an der Demo teilnehmen kann.

* = Mit dem Stern (*) bei Frau* schließen wir explizit alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten ein.

Probleme sind schon vor Jahren entstanden! – Stellungnahme zu „Wir sind Deutschland“.

Die Protestwelle von „Wir sind Deutschland“ (WsD) scheint sich zu verfestigen und zu radikalisieren. Noch immer versuchen die Initiatoren sich nicht als Abklatsch von PEGIDA darzustellen und wollen sich als die Mitte der Gesellschaft zeigen. Ja durch aus ist größtenteils die Mitte der Gesellschaft dort vertreten. Dies ist allerdings kein Grund zu sagen, diese Veranstaltung wäre harmlos und unbedenklich.

Auch in der Mitte der Gesellschaft sind menschenverachtende Einstellungen, wie Rassismus, Antisemitismus und Homophobie vertreten. Woche für Woche treten neue RednerInnen auf, die teilweise auch aus bekannten rechten Gruppierungen stammen. Sie verbreiten menschenverachtendes Gedankengut jeglicher Art. Das passiert sowohl offen, als auch unterschwellig. Viele von ihnen sind wütend und unzufrieden über ihre persönliche Situation oder über andere Missstände. Dies begründet jedoch keinen Hass gegenüber Minderheiten oder Andersdenkenden. Über Probleme, wie Armut und prekäre Verhältnisse wird gesprochen. Oftmals werden die Benachteiligten der Gesellschaft gegen die, die noch weniger haben, ausgespielt. Man macht es sich bei dieser Veranstaltung sehr einfach und schimpft gegen „die da oben“ ohne seröse Lösungsvorschläge vorzuzeigen.plauen-altmarkt

Wir, die Linksjugend [’solid] Vogtland, wollen ganz klar vor Panikmache und Vorurteilen warnen. Des weiteren verurteilen wir, dass Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, wie Ken Jebsen, in Plauen eine Plattform bekommen.Ken Jebsen ist Gründer des YouTube-Kanals „KenFM“. Mehrfach hat er öffentlich den Holocaust relativiert und massiv Hetze gegenüber Israel betrieben.

Nationalismus, so wie er von WsD ausgeübt wird, ist absolut keine Lösung, sondern ein Teil des Problems. Deshalb wollen wir im Gegensatz zu WsD keine Grenzen in und um Europa. Wir fordern legale und sichere Fluchtwege und ein bedingungsloses Bleiberecht für alle Geflüchteten. Keine Person, die aus Not nach Deutschland flieht, kann etwas für Probleme, die schon vor Jahren bestanden. Für uns ist der Kapitalismus als System das Problem und nicht die Personen welche flüchten. „Wir sind Deutschland“ beteiligt sich an der Panikmache im Bezug auf die derzeitige Migrationsbewegung. Deshalb verurteilen wir diese Protestbewegung.

Aufruf zur Kundgebung : „Bleiberecht für alle! – wider jede rassistische Hetze gegen Geflüchtete“

Am Freitag, den 18.09.2015, hat die neue rassistische Gruppierung „Plauen wehrt sich“ ab 18:30 eine Kundgebung auf dem Postplatz (Tunnel) in Plauen angemeldet. Unter dem Titel „Plauen wehrt sich – Schluß mit Asylmißbrauch und Überfremdung“ soll wieder einmal gegen Geflüchtete gehetzt werden. Als Redner werden David Köckert (NPD-Stadtrat Greiz), Arne Schimmer (NPD-Kreisrat Vogtland) und Jens Baur (NPD-Stadtrat Dresden) auf ihrer Facebook-Seite angekündigt. Damit haben sie sich nun frühzeitig als NPD geoutet, auch wenn sie das gerne anders behaupten. Wir, das „Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts“ , werden das nicht unkommentiert geschehen lassen und rufen deshalb zu einer Gegenkundgebung am 18.09.2015 ab 17:00 auf – am Wendedenkmal in Plauen.

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Schon seit einiger Zeit herrscht in Sachsen und dem Vogtland ein immer weiter ansteigendes rassistisches Klima in der Gesellschaft. Geflüchtete aus Kriegsgebieten und Ländern mit wirtschaftlicher Not anderen Ländern der sogenannten „dritten Welt“, die Zuflucht bei uns suchen werden von immer mehr Personen beschimpft, diskriminiert und öffentlich geächtet. Auch vor Gewalt sind sich Flüchtlinge (schon lange) nicht mehr sicher. Leider bleibt es nicht nur bei verbalen Angriffen, sondern immer öfters kommt es zu körperlichen Übergriffen. Erst in der letzten Woche wurden Menschen mit Migrationshintergrund wieder Opfer schwerer Körperverletzungen . Wir sind schockiert darüber und verurteilen die Übergriffe. Die Täter_innen und ihr Umfeld gehören von der Zivilgesellschaft verurteilt. Diese Vorfälle kommen aber nicht zufällig von irgendwo, sondern sind für uns die Folge von Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. Diese Phänomene stecken nicht nur tief in der menschenverachtenden Ideologie von rechtsradikalen Gruppierungen, wie dem „III. Weg“ oder der „NPD“, sondern finden sich auch in der Mitte der Gesellschaft wieder oder werden von dieser akzeptiert. Genau da liegt das Problem!

Allen Flüchtlingen sollte ein Bleiberecht bekommen, dass sie sich ein neues Leben in Sicherheit aufbauen können. Geflüchtete sollten dürfen nicht kriminalisiert und schikaniert werden. Und vor allem sollten sie ein Leben in Sicherheit führen können und nicht in einem Klima von Rassismus und Gewalt, wie es derzeit in Sachsen herrscht. Lasst uns deshalb am 18.09.2015 der NPD und anderen Rassist_innen klar machen, dass wir keinen Bock haben auf ihre rassistische Hetze!

Das Problem heißt Rassismus! Kein Mensch ist illegal! Refugees Welcome!

Es gibt kein ruhiges Hinterland – auch nicht für die AfD!

Am Mittwoch, den 24.06.2015, eröffnete die Alternative für Deutschland (AfD) ihre Kreisgeschäftsstelle in der Marienstraße in Plauen. Spontan versammelten sich mehr als 40 Aktivist*innen vor dem Gebäude am Hans-Löwel-Platz zu einer Protestkundgebung gegen den neuen rechten Anlaufpunkt in Plauen. Mit lauten Sprechchören machten wir auf uns aufmerksam, so dass sich die Rechtspoppulist*innen immer wieder gestört afdprotestfühlten und an den Fenstern glotzten. Interessant war, dass unter den ca. 60 Gästen nicht nur AfDler dabei waren, sondern auch Parteimitlgieder der DSU (darunter auch Ulrich Luppart) und sogar Dieter Blechschmidt von der CDU (Stadtrat in Plauen, Ortsvorsteher von Straßberg und bekannt geworden durch seine radikal homophoben Aussagen in der Öffentlichkeit). Und wie es kommen musste schaute auch Gunnar Gemeinhardt vorbei (Gemeinhardt war parteiloser Landratskandidat und machte schon vor einiger Zeit mit rassitischen Äußerungen gegenüber Geflüchteten und Asylsuchenden auf sich aufmerksam). Es war an diesem Mittwoch Nachmittag gefühlt eine Zusammenrottung der rechten Prominenz in der Marienstraße. Umso wichtiger war es, dass wir präsent waren und den rechten keine Ruhe gelassen haben.

Es bleibt dabei: Keine Ruhe den Rassist*innen von der AfD!

Neue Termine für unsere Treffen

Ab sofort treffen wir uns alle 2 Wochen immer Montags um 18:00 in der Geschäftsstelle der Partei Die LINKE. Vogtland in Plauen. Selbstverständlich seid ihr, wenn ihr euch für unsere Sache interessiert, gerne dazu eingeladen an unseren Treffen teilzunehmen. Unser nächstes Treffen findet am 11. Mai statt.

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Mahngang Täterspuren – Opfermythen dekonstruieren

Ein historischer Stadtrundgang.

Am 10. April 2015 jährt sich die Bombardierung Plauens in der Endphase des zweiten Weltkrieges zum 70. Mal. Wir, ein Bündnis aus Antifaschist*Innen und zivilgesellschaftlich engagierten Menschen, wollen in diesem Jahr zum zweiten Mal durch einen Täterspurenmahngang auf die Rolle Plauens im Nationalsozialismus aufmerksam machen. Der Jahrestag der Bombardierung wurde in den vergangen Jahren bereits drei Mal durch Neonazis zum Anlass genommen, einen geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ durchzuführen.mahngang2015_01
Doch auch in der Mitte der Gesellschaft finden sich Ansätze, die eine Relativierung der herausragenden Rolle der Stadt für den Aufstieg des NS-Regimes betreiben. Dies geschieht durch ein explizites Gedenken an die „deutschen Opfer“ unter Ausblendung der Verwicklung der Bevölkerung in Waffenproduktion, Verfolgung und Deportation.
Opfermythen verklären oder verharmlosen die deutsche Vergangenheit, deuten sie nach konservativ-nationalistischen Ideologien um und verhindern somit eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. In Zeiten von „PEGIDA“, wo auf Sachsens Straßen der Mob gegen Migrant*Innen hetzt und antisemitische, rassistische und nationalistische Versatzstücke mischt, ist eine offensive Gegenbewegung zu rechtem Gedankengut nötig. Eine kritische Thematisierung der deutschen Geschichte, auch hier vor Ort in Plauen, ist ein wichtiger Bestandteil dieser Auseinandersetzung.
Auch im Jahr 2015 werden wir wieder mit einem Geschichtsrundgang auf Orte aufmerksam machen, die im Kontext der Täter des NS-Regimes eine Rolle spielten.
Wir rufen am 10. April um 16 Uhr zum gemeinsamen Mahngang auf, der an der Friedensschule beginnt.

Frauen*kampftag Kundgebung in Plauen – „Feministische Kämpfe verbinden“

Am Sonntag, den 08.03.2015, jährt sich zum hundertsten Mal der Internationale Frauentag. Für uns ist es auch im Jahr 2015 ein Frauen*kampftag. Der internationale Frauen*kampftag steht für das Ringen um rechtliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Gleichstellung, sowie für Teilhabe und für ein selbstbestimmtes Leben frei von 2014_03_08_frauenkampftag2_fDiskriminierung und Gewalt – gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur. Wir, die „linksjugend [`solid] vogtland, beteiligen uns, sowie auch viele andere Gruppen und Organisationen, am Frauen*kampftag in diesem Jahr. Dazu erklärt Josi Liebner, Mitglied der linksjugend [`solid vogtland], „Am 8. März 2015 rufen wir zu einer Kundgebung am Theaterplatz in Plauen auf um unsere feministischen Forderungen auf die Straße zu tragen.“ Frauen* sind in der heutigen Gesellschaft nicht nur von Sexismus betroffen, sondern sind im Kapitalismus meist schlechter gestellt als ihre männlichen Kollegen. Wir fordern eine konsequente Gleichstellung von allen Geschlechtern und solidarisieren uns mit den Frauen*kämpfen auf der ganzen Welt, wie in Bangladesch und Rojava. Jede 3. Frau* in Europa war schon Opfer männlicher Gewalt. Wir stellen uns gegen eine Normalisierung von sexualisierter Gewalt gegen Frauen* und gegen patriarchale Herrschaftsstrukturen. Während von CDU bis AfD Schwangerschaftsabbrüche stigmatisiert werden fordern wir eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen weltweit, sowie den kosten- und rezeptfreien Zugang zur Pille danach und zu Verhütungsmitteln.

Kundgebung am Theaterplatz in Plauen zum Frauen*kampftag am 8. März 2015.

Start: 12:00

Theater in Plauen und Zwickau erhalten!

Am Montag den 15.12.2014 sammelten wir, die „linksjugend [`solid] Vogtland“, Unterschriften für den Erhalt des Theater Plauen-Zwickau am Postplatz in Plauen.10846341_951391971555230_4184625377143164968_n

Dazu erklärt Marco Sabha (Mitglied der linksjugend [’solid] Vogtland) für die Linksjugend: „Die neuesten Nachrichten über die geplanten Kürzungen am Theater, welche ein Ende für das derzeitige Produktionstheater in den beiden Städten bedeuten würden, enttäuschen uns sehr aber wir nehmen diese auch als einen Appell an jetzt erst recht für den Erhalt unserer regionalen Kultur zu streiten.

Die Reaktionen der Plauener_innen zu unserer Aktion an diesem Tag waren sehr positiv und zeigten, dass es unseren Bürger_innen wichtig ist das Theater in seiner jetzigen Form zu erhalten. Wir werden weiter am Thema bleiben und auch weiterhin Druck auf die Verantwortlichen ausüben, denn am Theater darf, wie an der gesamten Kulturlandschaft, auf keinen Fall gespart werden!“